Die hl. Ottilia
Als Patronin für gutes und gesundes Augenlicht geniesst die heilige Ottilia
noch heute eine hohe Verehrung.
Die heilige Ottilia wurde als blinde Tochter des herzoglichen Elternpaares Adalrich
und Bereswinda im Jahre 657 nach Christus auf dem Schloss Hohenburg, südwestlich
von Strassburg, geboren. Der Vater war ein entschlussfreudiger und aufbrausender
Mann; die Mutter eine edle, demütige Adelsfrau. Auf dem Schlosse fehlte nichts.
Reichtum, Macht und Ansehen waren in Hülle und Fülle vorhanden. Die
Blindgeburt seiner Tochter Ottilia kränkte den ehrsüchtigen Vater sehr.
Er wollte die Tochter töten oder sie doch mindestens nie mehr wieder sehen.
Die Mutter schaffte das Kind weg. Es kam zu einer Amme und von dort ins Frauenkloster
Baume in der Nähe von Besançon. Der heilige Eberhard, Abt von Ebersmünster
an der Ill, taufte die blindgeborene Herzogstochter auf den Namen Ottilia. Mit
der Taufe wurde sie sehend. Ottilia heisst: "Tochter des Lichtes".
Gegen den Widerstand des Vaters holte dessen Lieblingssohn seine Schwester Ottilia
auf das Schloss zurück. Liebevoll tat Ottilia den Armen und Kranken Gutes.
Ottilias Vater enterbte sie, als er sie gegen ihren Widerstand verehelichen wollte.
Ottilia floh und wurde Nonne. Sie betete in der Einsamkeit für ihren verblendeten
Vater. Er bekehrte sich und liess seine Tochter auf dem Schlosse Hohenburg ein
Nonnenkloster gründen. Als dieses nicht mehr ausreichte, stiftete die heilige
Ottilia das Kloster Niedermünster am Fusse des Odilienberges im Elsass. Beiden
Klöstern stand sie als Aebtissin bis zu ihrem Tode um 720 vor.
Die heilige Ottilia ist Landespatronin des Elsasses.






