Wallfahrt
Die heilige Ottilia wird als Patronin für gutes, gesundes Augenlicht verehrt.
Vertrauensvoll suchen Gläubige bei Augen-, Kopf- und anderen Leiden und Nöten
Zuflucht in St. Ottilien. Stumme Zeugen von Gebetserhörungen und dankbaren
Hilfesuchenden sind die vielen alten und neuen Votivtafeln.
Das Wallfahren ist ein alter, religiöser Brauch, der allen Völkern und
Zeiten bekannt war. Im christlichen Abendland stellte die Wallfahrt in der Regel
eine Fussreise mit vielen Opfern und Strapazen dar. Sie versinnbildete den Weg
des Menschen zum ewigen Ziel, was der Wallfahrtsort zeichenhaft vergegenwärtigt.
Mühe und Opfer waren Werke der Sühne und der erläuternden Vorbereitung
auf die Gottesbegegnung am Wallfahrtsort. Gebet und Kulthandlungen waren Ausdruck
dieser Begegnung, von der sich die Menschen für Leib und Seele Vorteile und
Gesundheit erhofften.
Dem einfachen Volk fehlten jedoch vielfach Mittel und Zeit, um grosse Wallfahrten
zu unternehmen. Festem Glauben und inneren Bedürfnissen folgend, schuf es
die vielen kleinen Wallfahrtsorte in der Nähe. Von den Heiligen, als dem
Allmächtigen besonders nahe stehend, erflehte man Hilfe und Rat. Die Heiligen
wollte man in der Nähe haben, mit ihnen leben, ihnen Menschliches und allzu
Menschliches anvertrauen und das Herz ausschütten.






